Unser Wassersystem im Wohnmobil (mit Plan)

Fließend Wasser im Camper ist für uns ein Muss! Wir wollen Trinken, Kochen, Abwaschen und sogar Duschen – deshalb haben wir unser Wassersystem im Wohnmobil genau darauf ausgelegt. Zwar haben wir keine festverbaute Dusche, aber die altbewährte Katzenwäsche, sowie eine kleine Außendusche wird uns (hoffentlich) reichen. 😋

Mein wassersystem im diy campervan. Ein anschlussplan vom wassertank, über die druckpumpe, einem wasserfilter, bis zum warmwasserboiler, dem waschbecken und den abwassertanks. Einfach nachbauen und frisches trinkwasser im wohnmobil genießen.

Zunächst gibt es unser Wassersystem im Wohnmobil als Wasserplan zum Herunterladen. Hier findest du sämtliche Geräte, Tanks und Schläuche, die wir im Camper verbaut haben und wenn du ranzoomst, siehst du alle Legenden mit den genauen Informationen.

Ad vanausbauunterstuetzung | ein paar kreative
Mein frischwassertank im van mit serviceöffnung und anschlüssen für die wasserversorgung auf reisen.

Frischwassertank

Bei der Suche nach dem perfekten Wassertank im Camper war für uns zum einen wichtig, dass er genug Kapazität bietet, um ein paar Tage autark wild campen und auch ab und an mal duschen zu können. Zum anderen war es jedoch auch eine Platzfrage, denn wir wollten das Frischwasser unbedingt im Innenraum des Wohnmobils unterbringen, um auch in kälteren Regionen ohne zusätzliches Beheizen auszukommen. Dazu bot sich bei uns vor allem ein Tank in der Sitzbank an.

Nach langer Suche fanden wir einen 84L Wassertank, der ideal neben den Radkasten im Camper passt. Mit einem Brett als zweiten Boden können wir den Platz über dem Tank sogar weiterhin als Stauraum nutzen – passt für uns perfekt!

Der Frischwassertank im Wohnmobil hat eine große Serviceklappe, mit der wir den Tank reinigen, die Wasserqualität checken und den Tank mit Frischwasser füllen können. Durch ein paar Tankdurchführungen* können wir das Wasser entnehmen, Frischluft hinzufügen und sogar das Wasser durch das Überdruck-/ Ablassventil des Boilers in den Tank zurückleiten.

Damit wir nicht immer die Sitzbank im Camper öffnen müssen, um in den Wassertank zu schauen, haben wir eine Tankelektrode* verbaut, die mit einer Füllstandsanzeige* neben dem Waschbecken angeschlossen ist. So können wir schnell und einfach jederzeit den Füllstand prüfen.

Meine druckwasserpumpe mit ausgleichsbehälter, kompakt auf einer platte befestigt. So habe ich immer fließend wasser im campervan.

Wasserpumpe mit Puffer

Die Wasserpumpe* ist das Herzstück des Wassersystems. Wir haben uns für eine komfortable Druckwasserpumpe im Wohnmobil entschieden, die sich automatisch einschaltet, wenn wir das Wasser im Camper laufen lassen und abschaltet, wenn der Druck in den Schläuchen wieder hergestellt ist.

Damit die Pumpe nicht ständig angeht, wenn wir nur kurz Wasser entnehmen, haben wir einen Puffer* verbaut, der eine geringe Menge Wasser zwischenspeichert (wie ein Ballon). Falls sich jemals ein Steinchen o. Ä. im Wassertank verirren sollte, schützen wir die Pumpe zusätzlich durch einen Filter*.

Im Falle eines Lecks würde die Wasserpumpe den Wassertank im Camper leer saugen, weshalb wir zusätzlich einen Taster verbaut haben, mit dem wir sie manuell ein- und ausschalten können. Und dann sind wir sogar noch ein paar Schritte weiter gegangen und haben den Taster mit dem Zündungsplus des Ford Transit verbunden, damit sie sich automatisiert beim Motorstart ausschaltet. Schau dir gerne unseren ausführlichen Beitrag zur Automation im Wohnmobil an.

Die Pumpe haben wir in einer Kombi mit dem Puffer auf einer vibrationsabsorbierenden Platte bekommen. Leider scheint die Kombi gerade überall ausverkauft zu sein, aber du kannst du auf eine Warteliste setzten lassen und wirst dann per Mail informiert, sobald das Set wieder verfügbar ist.

Mein elgena nautic compakt boiler heizt das wasser für eine warme dusche im wohnmobil.

Warmwasser Boiler

Wir haben zwar keine feste Dusche, aber ein bisschen “Luxus” darf es trotzdem schon sein. Deshalb möchten wir gerne einen Warmwasserboiler im Camper verbauen. Aktuell kommen wir zwar auch mit kaltem Wasser klar, aber 10 °C sind doch echt kalt, wenn man morgens unter der kuschelig warmen Decke hervorkriecht. 🥶

Diesen druckfesten Warmwasserboiler können wir mit Strom betreiben und so warmes Wasser direkt aus dem Wasserhahn im Wohnmobil bekommen. Die Boiler der deutschen Firma Elgena gibt es in mehreren Ausführungen und werden meist mit der Warmluft der Standheizung beheizt. Auch wenn wir den Boiler direkt neben der Heizung platzieren, haben wir leider keine Möglichkeit, das Warmluftrohr zum und durch den Boiler zu führen, weshalb wir das Modell mit Heizstab verwendet haben. Ein Grund mehr, dass wir unsere Strom Setup im Wohnmobil so groß ausgelegt haben!

Um den Warmwasserboiler sicher und effizient zu betreiben, gibt es noch zwei kleine Teile, die wir mit verbaut haben. Zum einen benötigt man (wie auch bei der Gasanlage) einen Druckminderer*, da die Wasserpumpe einen zu hohen Druck für den Boiler aufbaut. Und weiterhin empfehlen wir ein Mischventil*, damit man effektiv mehr Warmwasser zur Verfügung hat (das heiße Wasser wird dadurch mit Kaltem gemischt).

Nach dem ersten Test des Boilers waren wir verwundert, als wir ein Glas mit kaltem Wasser abfüllen wollten, denn auch hier kam leicht warmes Wasser aus dem Hahn. Um dem entgegenzuwirken, haben wir ein Rückschlagventil* vor den Warmwasserboiler im Camper angebracht, der verhindert, dass das warme Wasser zurück in die Kaltwasserleitung fließen kann.

Mein waschbecken ist groß genug für eine katzenwäsche im van und der wasserhahn lässt sich herausziehen, um neben dem van eine outdoordusche zu bauen.

Wasserhahn und Waschbecken

Da wir keine feste Dusche im Van haben, fungiert unser Wasch/Spülbecken auch gleichzeitig als Duschwanne. 😅 Besonders wichtig war uns deshalb, dass das Becken tief genug ist, um bequem unsere Köpfe reinzustecken und so größere Sudeleien (Sauerreien) zu vermeiden. Und natürlich sollte es auch zu unserer Optik passen (sprich, kein Edelstahl!). Als wir das dunkelgraue Becken mit kleiner Ablage sahen, waren wir sofort verliebt! Zwar ist es doch etwas schwerer als zunächst gedacht (es wiegt stolze 11 kg), aber es passt einfach perfekt und kaschiert durch die leicht gefleckte Optik auch perfekt Wasser- bzw. Kalkflecken! Den mitgelieferten Siphon haben wir letztendlich doch gegen einen flacheren Ablauf* getauscht, damit er zum einen besser über die Abwasserkanister im Camper passt und zum anderen hat der neue auch einen verstellbaren Siebkorbeinsatz.

Noch höher waren unsere Ansprüche beim Wasserhahn im Wohnmobil. Dieser sollte schick und schwarz sein, keine unnötigen Schmuckdetails haben, drehbar und ausziehbar sein (um ihn im Sommer auch als Duschbrause für draußen zu verwenden) und vor allem sollte er wählbare Brauseeinstellungen haben (Strahl und Sprühfunktion). Tzja, wie vermutet mussten wir echt lange suchen, doch irgendwann fanden wir einen – wirklich nur einen einzigen – der alle unsere Ansprüche erfüllt und obendrein noch bezahlbar war. Und wir lieben ihn 😋

Durch meine beiden transparenten 19 liter abwasserkanister kann ich eine woche lang autark mit dem wohnmobil stehen, ohne ständig zur ve-station rennen zu müssen.

Abwasser

Direkt unter dem Waschbecken befinden sich unsere zwei 19l Abwassertanks*, die auch im vollen Zustand noch gut tragbar sind (das war uns super wichtig!). Durch den Griff im Tank bzw. eher Kanister kann man sie gut halten und eine Tankdeckel mit Schlauch* hilft, die vollen Tanks schnell zu wechseln.

Damit die Tanks während der Fahrt nicht durch die Gegend fliegen oder umfallen können, haben wir sie mit einem Spanngurt* und Wandhaken* fixiert.

Durch meine wasserfilter im alugehäuse der firma alb-filter habe ich mit dem aktivkohlefilter keinen schmutz im wassertank und mit dem nanofilter hinter der druckwasserpumpe keine keime und bakterien im trinkwasser.

Filter

Wie bereits angesprochen, möchten wir das Wasser im Wohnmobil aus unserem Frischwassertank bedenkenlos als Trinkwasser verwenden. Da man unterwegs aber nicht immer Trinkwasserqualität garantieren kann, haben wir ein kleines Filtersystem der deutschen Firma »Alb Filter« verbaut. Die Firma haben wir auf der Caravanmesse in Düsseldorf kennengelernt und fanden ihr modulares Filtersystem auf Anhieb total cool. Für den Campingbereich bieten sie zwei Varianten* an, Filter zu verbauen: einmal als Mobil Version zur Betankung von außen und einmal als festverbaute Variante Travel nach dem Wassertank innen. Auch gibt es verschiedene Filterkartuschen, zwischen denen man wählen und die man kombinieren kann.

In unserem Wassersystem im Wohnmobil können wir als Erstes den Aktivkohlefilter* in der Mobil Version anschließen, um grobe bis feine Partikel, Mikroplastik, Pestizide, Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Chlor etc. bereits vor dem Einfüllen in den Tank herauszufiltern. Nach dem Tank haben wir bereits einen festverbauten Travel Filter mit einer Nano-Filter Kartusche* installiert. Sollten sich Bakterien, Viren oder Mikroorganismen im Tank oder der Leitung ansiedeln, werden diese direkt vor dem Wasserhahn herausgefiltert. Um unseren Nano-Wasserfilter zu entlasten, haben wir zusätzlich einen Filter Protect* eingebaut.

Anschlüsse, rohrschellen, verteiler, y-verbinder und schläuche für das wassersystem im wohnmobil.

Anschlüsse und Verteiler

So, jetzt haben wir alle wichtigen, großen Komponenten für unser Wassersystem im Wohnmobil, natürlich benötigt man noch ein paar Teile, um aus all dem auch wirklich einen Kreislauf zu machen. Da wären, ganz logisch, zum einen Wasserschläuche. Wir empfehlen bei der Schlauchauswahl auf Trinkwasserechtheit zu achten.

Auch müssen die Schläuche und Geräte miteinander verbunden werden. Wir haben uns dabei für die Variante entschieden, bei der man jeweils das Schlauchende über eine Schlauchtülle steckt und die Verbindung mit Schlauchschellen* sichert. Viele Geräte haben bereits eine Gewindeverbindung am Ende, für die man das entsprechende Gegenstück finden muss (z.B. Innengewinde-Schlauchtülle oder Außengewinde-Schlauchtülle). Dabei sollte man in jedem Fall auch den Durchmesser des Gewindes und der Tülle beachten – das ist meist der komplizierte Teil.

Weiterhin haben wir an einigen Stellen im Wohnmobil Kugelhähne* verbaut, die es uns erlauben, das Wasser an dieser Stelle zu unterbrechen. Und nicht zuletzt haben wir auch ein paar Y-Verbinder verbaut, um den Wasserkreislauf im Camper aufzusplitten (siehe Plan oben).

Mit schläuchen, gardena-kupplungen, steckverbindern und einem wasserfilter fülle ich den frischwassertank in meinem campervan auf.

Frischwasser auffüllen

Unser Wassersystem im Wohnmobil ist nun aufgebaut und angeschlossen, jetzt füllen wir es doch mal mit Wasser. Wir haben uns zwar gegen einen Einfüllstutzen im Wohnmobil entschieden, dafür jedoch ein paar andere smarte und hilfreiche Teile an Board, die wir euch noch kurz vorstellen möchten:

Zuallererst haben wir einen Wasserschlauch* mit 12,5 mm Durchmesser und einer Länge von 5 Metern genommen. Die Länge ist manchmal sehr knapp bemessen, aber bisher kamen damit trotzdem gut aus.

Zum Befüllen an Frischwasserstellen, Brunnen oder VE-Stationen haben wir immer einen Hahnverbinder* dabei, den wir auf unseren Gardena Steckverbinder* stecken. Am anderen Ende des Schlauches haben wir zusätzlich einen Steckverbinder mit Aquastop*, damit nie unkontrolliert Wasser im Wohnmobil aus dem Schlauch spritzt. Besonders genial finden wir das Regulierventil*, mit dem wir die Wasserzufuhr auch im Camper regulieren können und das Wasser abdrehen, wenn wir sehen, dass der Tank voll ist. Das ist besonders praktisch, wenn man mal alleine den Tank befüllen muss.

Bei Fragen… Fragen!

Wir hoffen, dir hat der Einblick in unseren Wasserplan geholfen und du kannst mit unserem Plan als Vorlage dein Wassersystem im Wohnmobil planen. Bitte zögere nicht uns zu schreiben, wenn noch eine Frage offen geblieben ist oder du Anmerkungen zu ein paar Teilen hast. Gerne kannst du einfach hier unten ein Kommentar hinterlassen oder uns eine DM auf Instagram schreiben.

Viel Erfolg und gutes Gelingen,
Hanna & Dorian

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3 Kommentare

  1. Hallo,

    ich habe mit Interesse euren Bericht zum Wasserkreislauf gelesen. Ich selbst möchte solch ein ähnliches System allerdings fest verbauen. Eine Frage habe ich dazu: Was habt ihr zwischen Boiler und Wasserentnahme eingebaut ? 3-Wege Ventil oder einen Druckminderer ? Es wäre klasse wenn Ihr mir das verraten könnt
    Danke
    Andreas

    • Hey Andreas, vielen Dank für deine lieben Worte.

      Wir haben einen Druckminderer und ein Mischventil verbaut. Das sind auch die beiden Teile, die vor beim Boiler angeschlossen sind. Wir haben allerdings auch noch eine Druckanzeige verbaut und ein Rückschlagventil, da komischerweise das warme Wasser auch durch die kalte Leitung zurücklief. Und es gibt nichts Schlimmeres, als ein warmes Glas Leitungswasser. 🙈 Wir haben den Wasserfilter aus Platzgründen direkt hinter der Wasserpumpe und vor dem Druckminderer verbaut. So sparen wir sogar noch ein wenig Wasser durch den allgemein niedrigen Druck.

      Das Rückschlagventil und die alternative Filterplatzierung kann ich die Tage hier mal mit in den Plan einbinden.

      Ich hoffe, ich konnte überhaupt Hefen. Wenn nicht, dann schreib hier gerne noch mal eine konkretere Frage.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Dorian

      • Hallo,

        wieso habt ihr den Alb Filter nur in die Kaltleitung gelegt? Möchte man das Wasser nicht komplett durch den Filter jagen?

        Könnte man es nicht so machen:
        Pumpe > Filter > Druckminderer > Y-Verteiler zu Wasserhahn und Boiler.

        Übrigens tolle Visualisierung des Plans 🙂

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