Van Dämmung – Alles was du wissen musst

In diesem Blogpost erklären wir dir alles, was du zum Thema Dämmung im Van wissen solltest. Welche Dämmmaterialien es gibt, welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben und wie nachhaltig sie jeweils sind. Auch erfährst du, warum wir uns zum Zeitpunkt für eine Dämmung mit Flex (Armaflex / Kaiflex) entschieden haben, wie wir das so nachhaltig wie möglich gestaltet haben und wie zufrieden wir mit unserer Entscheidung sind.

Wir wollen dir hier nichts aufschwatzen, sondern zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben und wie wir letztendlich unseren Van gedämmt haben 😉 Auch teilen wir einen absoluten Supertipp mit dir, den seltsamerweise nur wenige kennen, aber unserer Meinung nach ein absoluter Gamechanger beim Dämmen mit Flex ist!

Also schnapp dir einen Snack und etwas Zeit und lies am besten alles in Ruhe durch. Here we go!

Warum sein WoMo dämmen?

Du musst dir vorstellen, so eine Blechbüchse heizt sich im Sommer, wenn die Sonne draufknallt, extrem schnell auf und lässt im Winter, durch das dünne Metall, die Wärme im Inneren einfach nach draußen. Um das zu verhindern und den Temperaturausgleich zwischen der Innen- und Außentemperatur zu erschweren, kannst du den Van von innen dämmen. Die Dämmung im Van dient somit sowohl als Wärme- als auch als Kältedämmung.

Wenn dein Van ausreichend gedämmt ist, kannst du im Winter z.B. mit weniger Aufwand den Van heizen plus die erzeugte Wärme hält sich länger und kann nicht direkt durch das dünne Blech nach außen kommen, da sie durch die Dämmung aufgehalten wird.

Welche Dämmmaterialien gibt es für den Vanausbau?

Es gibt mehrere unterschiedliche Arten zu Dämmen und unterschiedliche Materialien, die dafür genutzt werden können. An dieser Stelle sollten wir kurz vorwarnen: Dämmen ist so ziemlich das kontroverseste Thema beim Vanausbau 😀 (Und ja, wir haben “kontrovers” zu diesem Zweck gerade gesteigert). Jeder hat seine ganz eigene Philosophie und in Foren wird es oft hitzig. Wir können euch nur ans Herz legen: lest euch in das Thema ein und wählt den Weg, den ihr als gut empfindet! Alles andere ignoriert ihr am besten 😀 Um euch einen kleinen Überblick über die verschiedenen Materialien zu geben, haben wir euch im Folgenden die gängigsten Dämmungen aufgelistet.

Flexible Kautschukisolierung (Armaflex, Kaiflex etc.)

Das aktuell gängigste Dämmmaterial beim Campervanausbau ist das sogenannte „Flex“. Dabei handelt es sich um flexible Dämmmatten auf Basis von synthetischem Kautschuk. Sicher hast du schon von „Armaflex“ (von Armacell) oder „Kaiflex KK“ (von Kaimann) gehört. Es gibt aber auch eine Reihe von anderen (günstigeren) Marken, zu denen wir persönlich aber nichts sagen können.

Was die FEF (Flexible Elastomeric Foam) Platten als das „Flex“ ausmacht, ist, dass sie geschlossenporig sind, d.h. jede Zelle ist komplett luft- und feuchtigkeitsdicht abgeschlossen. Somit kann weder Feuchtigkeit in die Matte kommen noch durch die Matte hindurch. Man nennt das auch „Dampfsperre“. Diese Eigenschaft ist beim Wohnmobilausbau besonders praktisch, da durch das Verkleben direkt am Autoblech verhindert wird, dass Feuchtigkeit ans Blech gerät und sich dort im schlimmsten Fall Rost bilden kann.

Wir hatten das große Glück durch Zufall einen professionellen Isolierer kennenzulernen, der uns sehr viel Input zum Thema Dämmung gab und uns auch ganz viele Tipps zur Installation geben konnte. Er persönlich empfahl uns Kaiflex KK zu verwenden, allerdings sind wir durch coronabedingte Beschaffungsprobleme dann auf das Pendant Armaflex XG ausgewichen.

Kurzer Exkurs zu den verschiedenen Sorten von Armaflex 

Es gibt Armaflex ACE, Armaflex XG und Armaflex AF (in dieser Reihenfolge im Preis und Qualität aufsteigend). Sie alle bestehen aus dem gleichen Material und unterscheiden sich äußerlich auch nur durch die Beschriftung. Worauf es jedoch ankommt ist, sind ihre Unterschiede in Sachen Dämmfähigkeit bzw. Wärmeleitfähigkeit und Wasserdampfdiffusionswiderstand.

Kurz zum Verständnis
Wärmeleitfähigkeit = wie viel Wärme wird durchgelassen (je geringer, desto besser)
Wasserdampfdiffusionswiderstand = wie viel Feuchtigkeit wird durchgelassen (je geringer, desto besser)

Armaflex ACE hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit und einen geringen Wasserdampfdiffusions-widerstand, spricht es lässt also viel Wärme und Feuchtigkeit durch – was wir nicht wollen. Zudem wird es laut seiner Brandschutzklasse als „brennbar“ eingestuft. Und viele berichten in Rezensionen von einem unangenehmen chemischen Geruch (es kursieren auch Gerüchte, dass es gesundheitsschädlich sei, dies konnte unserer Recherche zufolge aber nicht nachgewiesen werden). Wir persönlich würden die ACE-Variante daher nicht empfehlen und würden lieber die paar Euro mehr für XG in die Hand nehmen 😉

Armaflex XG hat eine geringere Wärmeleitfähigkeit und Wasserdampfdiffusionswiderstand und dämmt somit besser als ACE. Außerdem wird ihm ein Brandhemmer zugesetzt, der die Variante als B-s3, d0 (schwer entflammbar) einstuft.

Armaflex AF ist von seinen Eigenschaften genau wie Armaflex XG (gleiche Wärmeleitfähigkeit, Wasserdampfdiffusionswiederstand & Brandschutzklasse), hat jedoch eine zusätzliche antimikrobielle Beschichtung „Microban®“, die Bakterien- und Schimmelbildung verhindert. Diese extra Eigenschaft hat jedoch ihren Preis und ob sie für die WoMo-Dämmung zwingend notwendig ist, muss am Ende jeder für sich entscheiden. Wir haben z.B. ein paar Stücke AF verwendet, da wir über Ebay Kleinanzeigen günstiger drankamen.

Wir können euch an der Stelle übrigens SEHR empfehlen mal einen Blick auf Ebay Kleinanzeigen zu werfen! Da so viele Leute in den letzten Jahren einen Van ausbauen, bleiben oft Reste übrig, die man sich dort günstig zusammensammeln kann 😉 Plus, manchmal lernt man echt coole Leute kennen, mit denen man sich dann austauschen.

Leider ist Flex sehr energieeffizient in der Herstellung und wird größtenteils aus Erdöl hergestellt. Somit ist es alles andere als nachhaltig 🙁 Für uns kam es dennoch infrage, da wir es, wie erwähnt, größtenteils Second Hand beschafft haben.

Korkplatten

Wer seinen Van mit einer nachhaltigen Alternative dämmen möchte, kann auf Korkplatten und Korkrollen zurückgreifen. Der natürliche Rohstoff Kork kommt von den Korkeichen (zu 90% in Portugal angebaut), ist daher nachwachsend und obendrein kompostierbar. Die Platten eignen sich hervorragend zum Dämmen des Bodens, während man für Wände und Decke besser den Rollenkork verwendet. Wenn du mehr zum Thema “natürliche Dämmung mit Kork” wissen möchtest, können wir sehr den Blogpost bzw. das YouTube Video von Viki alias Vanilla Icedream empfehlen 😉

Wir haben zwar nicht im Van an sich mit Kork gedämmt, jedoch unsere Hecktüren mit 2 mm Rollenkork “gekorkt”. Das hatte überwiegend optische Gründe, aber die zusätzliche Dämmung ist sehr praktisch 🙂 Leider können wir nach 8 Woche Kälte in Skandinavien aber berichten, dass sich am Kork unten Schimmel gebildet hat… wir würden diese Variante also nur empfehlen, wenn eine zusätzliche Dampfsperre zum Innenraum installiert wird und/oder du nur in mittleren, warmen Regionen (über 10°C) unterwegs bist und immer regelmäßig lüftest.

Mineralwolle/ Steinwolle & Schafwolle

Auch wenn sich die verschiedenen Formen von „Wolle“ in ihrer Herstellung, Beschaffenheit und Eigenschaften etwas unterscheiden, haben sie eines gemeinsam: sie sind super für schwer erreichbare Stellen wie z.B. den Trägerholmen an Decke und Wänden geeignet. Für große Flächen eignen sie sich eher weniger, da sie dort irgendwie befestigt werden müssen und bisher haben wir da noch von keiner geeigneten Methode gehört. Korrigiere uns gerne, wenn du da etwas findest 😉

Mineralwolle bzw. Steinwolle wird aus Stein gewonnen, hat eine gute Dämmeigenschaft und verhältnismäßig günstig. Jedoch ist sie nicht so nachhaltig wie vielleicht zunächst vermutet, da die Herstellung sehr energieeffizient ist. Auch sollte man bedenken, dass die Wolle feuchtigkeitsdurchlässig ist und man zusätzlich vielleicht mit einer Dampfsperre arbeiten sollte.

Schafwolle ist hingegen ein nachwachsender Rohstoff und kann zwar Feuchtigkeit aufnehmen, sie aber auch wieder abgeben (wenn es z.B. warm ist) und das, ohne zu Schimmeln! Allerdings ist es hier wichtig darauf zu achten, dass die Wolle aus verantwortungsvollen Quellen (ohne Tierleiden) bezogen wird, was uns nach kurzer Recherche eher schwierig vorkam.

Hinweis: manche empfehlen noch Glaswolle als Dämmung. Mach das bitte AUF KEINEN FALL! Glaswolle ist gesundheitsschädlich und krebserregend, da die kleinen Fasern eingeatmet werden können und in der Lunge Schäden anrichten! In einem kleinen Raum wie einem WoMo, das zusätzlich noch ständiger Vibration ausgesetzt ist, kann das wirklich verheerend sein!

Hanf, Kokosfaser, Holzfasern und andere nachhaltige Dämmmethoden

In puncto Nachhaltigkeit gibt es mittlerweile echt super viele tolle Ansätze! Keine Ahnung, ob wir, als wir vor 2020 gedämmt haben einfach nicht genug recherchiert haben oder sich da gerade total viel entwickelt… eine Freundin von uns hat z.B. mit Hanf (Thermohanf) gedämmt und wir haben seitdem auch von Kokosfasern, Holzfasern, Baumwolle und selbst Textilresten auf Denim (also Jeans) gehört.
Wie sich diese Materialien langfristig verhalten wissen wir jedoch nicht, da es auch einfach noch sehr neue Methoden sind. Gerne kannst du uns aber auf dem Laufenden halten, wenn du etwas davon ausprobierst oder auch von anderen weist, die nach längerer Zeit im Van zufrieden, schimmel- und rostfrei unterwegs sind 🙂 Wir würden uns total freuen und den Post hier natürlich aktualisieren.

Sprühmasse (aus Polyurethan)

Polyurethan (Sprühmasse) wird im Häuserbau – gerade bei großen Flächen – oft verwendet und hat sehr gute Dämmeigenschaften. Naheliegend, dass es auch seinen Weg in den Vanausbau gefunden hat. Von allen hier erwähnten Methoden ist es definitiv die langlebigste – einmal aufgetragen bekommt man das Zeug so gut wie nie wieder ab. Das ist z.B. ein extremer Nachteil, wenn Feuchtigkeit durchkommt, die dann Schimmel oder Rost verursachen kann. Auch ist die Masse alles andere als nachhaltig…
Wiederum haben wir vor kurzem von einer Firma gehört, die auch Kork zum Sprühen entwickelt hat. In Bezug auf Nachhaltigkeit (Herstellung, Kleber) und Dämmleistung haben wir uns aber noch nicht ausreichend eingelesen.

Vorbereitung (Ausräumen und Putzen)

Bevor wir wild losdämmen können, müssen wir erstmal alles aus dem Wagen räumen. Die Bodenplatte, die Wandverkleidung, die Radkastenabdeckung, sämtliche Zugösen, alles. Sodass wir nur noch das blanke, nackte Blech sehen 😀 Wir haben dann noch die ersten Änderungen am Fahrzeug an sich vorgenommen, wie Fenster und Dachluken einzubauen. Das geht zwar auch nach dem Dämmen, dann verschwendet man wiederum Dämmmaterial und das macht es meist auch unnötig kompliziert.

Der Van ist leer, jetzt heißt es Putzen. Angefangen mit dem Besen, über den Staubsauger bis hin zum Lappen mit Bio-Ethanol wird alles blitze blank geschrubbt. Beim Putzen findet man ggf. ein paar Roststellen im Lack. Diese solltest du definitiv behandeln, da du später vielleicht nicht mehr dran kommst. Wir hatten mit unserem Van echt großes Glück und konnten mit ein wenig Schleifpapier und Korrosionsschutz die Stellen schnell behandeln. Wenn du jedoch größere Roststellen hast, solltest du über eine Behandlung mit Rostentferner nachdenken.

Dämmen

Wir gehen hier zunächst auf die Dämmung an Wänden, der Decke und den Türen ein. Wie wir den Boden in der Unterbodenkonstruktion gedämmt und verlegt haben, erzählen wir mal genauer in einem anderen Blogpost.

Als Dämmmaterial haben wir, wie bereits erwähnt, Flex (Armaflex) gewählt. Die 19 mm Variante um genau zu sein. Diese Dicke hat unserer Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis (10 mm war uns zu dünn und 24 mm ist recht teuer auf die Menge). Für Wände, Decke & Türen haben wir bei unserem Ford Transit L4H3 ca. 4 Rollen á 6qm benötigt.

Sounddämmung

Zusätzlich zur Wärme- bzw. Kältedämmung haben wir noch eine Sounddämmung angebracht. Diese nutzt man vor allem, um den Lärm von vorbeifahrenden Autos und beim Fahren selbst zu minimieren, da durch die Vibration des Bleches schon viel Lärm entstehen kann. Bei einer Sounddämmung mit Alubutyl (wie in unserem Fall) bringt man die recht schweren Alubutylplatten direkt am Blech an und diese sorgen durch ihr Gewicht dafür, dass das Blecht nicht mehr so viel schwingen kann und dämpfen somit den Schall ab.

Nun stellt sich die Frage, ob das bei der Verwendung von Flex überhaupt zwingt nötig ist, da das Flex ja auch direkt mit dem Blech verklebt wird und somit auch Schall absorbiert. Wir haben es gemacht, würden aber rückblickend viel weniger davon nutzen. Allgemein sollte das Alubutyl übrigens nur an wirklich großen Flächen verwendet werden, da es sonst keine große Wirkung zeigt und nur unnötig ins Gewicht fällt.

Alubutyl gibt es sowohl als fertige Platten als auch auf Rollen zum selbst schneiden. Das klappt auch super einfach mit einem Cuttermesser (Teppichmesser). Sei aber vorsichtig! Die Aluminiumbeschichtung ist sehr scharfkantig! Beim Anbringen und Schneiden solltest du lieber schnittfeste Handschuhe tragen.

In der Regel kommt das Alubutyl mit einer selbstklebenden Rückseite. Zum Abringen musst du nur die Folie abziehen und das ganze fest am Blech anbringen. Wir haben dazu eine Gummirolle benutzt – die hat uns netterweise der Verkäufer bei Kleinanzeigen, von dem wir unser Alubutyl haben, geschenkt 🙂 Oh und ganz wichtig: das Blech muss restlos fettfrei sein, damit der Kleber optimal haftet. Wir haben dazu Bio-Ethanol (Bio-Spiritus) aus dem Drogeriemarkt und ein fusselfreies Tuch verwendet.

Beim Alubutyl solltest du darauf achten, dass die Stücke nie bis zum Rand gehen, sondern lediglich einen kleinen Teil der Blechfläche bedecken (am besten mittig). Ansonsten hat das Flex später weniger Fläche zum Haften und löst sich schlimmstensfalls schneller ab.

Wärme- und Kältedämmung mit Flex (Armaflex)

An sich ist die Verwendung von Flex ziemlich einfach – auf den Van gesehen ist allerdings doch auch viel Arbeit. Plane also lieber etwas Zeit und Muskelkraft ein (das Andrücken hat es echt in sich, besonders an der Decke, wenn man über Kopf arbeitet).

Wo du mit der Dämmung beginnst, ist meist egal. Wir haben in der unteren Ecken nahe der Hecktür mit einer kleineren Stelle gestartet, um ein Gefühl fürs Kleben zu bekommen. Das können wir auch sehr empfehlen, denn große Bahnen können durchaus kniffeliger sein, weil sie sperriger und schwerer sind (da lohnt es sich durchaus mal zu zweit zu arbeiten). An sich solltest du immer versuchen die Anzahl an Stücken so gering wie möglich zu halten, um Lücken zwischen zwei Stücken zu vermeiden. Eine Lücke bietet nämlich immer eine Möglichkeit für Feuchtigkeit, sich am Blech niederzuschlagen. Wir teilen zwar gleich noch einen super Trick, wie man Lücken zwischen zwei Flexstücken verschließt, aber am besten einfach so wenig Lücken wie möglich erzeugen.

Wir haben uns dazu immer an den schon vorhandenen Holmen und Blechteilen orientiert und den Abstand dazwischen ausgemessen. Die Maße haben wir dann auf unsere Rolle Flex übertragen und das Stück geschnitten. Dabei lieber immer einen Zentimeter größer schneiden als zu klein. Da der Kautschuk flexibel ist, kannst du das Stück beim Anbringen immer etwas zusammendrücken und so noch besser Lücken vermeiden 😉

Wie auch das Alubutyl lässt sich Flex sehr gut mit einem scharfen Cuttermesser schneiden. Auf der Folie der Rückseite ist bei Kaiflex und Armaflex netterweise ein Raster aufgedruckt, dass das Abmessen und gerade Schnitte enorm vereinfacht. Wir können zudem empfehlen, sich Linien mit einem Folienstift zu machen (besonders bei seltsamen Formen) und ggf. ein Metalllineal als Schnittkante zu verwenden.

Wenn du dein Stück zurechtgeschnitten hast, geht es ans Kleben. Dazu ziehst du am besten erst ein kleines Stück der Folie ab (z.B. eine Kante), drückst die klebende Stelle ans Blech und arbeitest dich dann nach und nach am Stück entlang. Immer wieder Folie zurückziehen, fest andrücken, mehr Folie abziehen, andrücken etc. bis die komplette Folie entfernt ist. Vom Prinzip her, wie wenn du ein Buch einbindest oder Tapeten anbringst. So vermeidest du, dass Luft (und damit auch Luftfeuchtigkeit) hinter dem Flex eingesperrt wird und im Winter evtl. einfriert, aufplatzt, ein Stückchen Lack abplatzt und Rost entsteht – das ist jetzt wirklich das worst Case Szenario. An sich möchte man aber auch möglichst viel der Klebefläche in Kontakt mit dem Blecht haben, damit das Flex sich nicht irgendwann aus Versehen löst.

An dieser Stelle können wir noch kurz erwähnen, dass wir persönlich nicht alle freien Blechstellen überklebt haben und z.B. auch gar nicht in den Holmen gedämmt haben. Stattdessen haben wir das Prinzip der Hinterlüftung verfolgt und beim kompletten Vanausbau darauf geachtet, dass Luft im Van und auch hinter den Wänden gut zirkulieren und damit trocken bleiben kann. Viele kleben jedoch auch die Holme zu und kreieren so eine Dampfsperre, manche füllen die Holme zusätzlich noch mit Wolle, Hanf oder Kokosfaser etc. Das sollte einfach jeder für sich entscheiden.
Wir sind jedenfalls nach insgesamt 6 Monaten im Van (2 davon im Herbst in Skandinavien bei konstanten Temperaturen unter 10 °C) noch sehr zufrieden mit unserer Methode 😉

DER Tipp, wenn du mit Flex dämmst!

Unser absoluter Supertipp bezieht sich auf das Verkleben der aneinander liegenden Flexstücke (Stoßnähte). Viele überkleben die Lücken einfach mit Armaflextape, uns wurde aber von einem professionellen Isolierer davon abgeraten, da das Tape nicht gemacht ist, um an Armaflex selbst zu haften, sondern an Metall. Stattdessen gibt es extra einen Kleber, den man an die beiden zu verbindenden Stöße (Kanten) pinselt, der alles luftdicht und wirklich bombenfest verklebt 🙂

Den Kleber trägt man einfach mit einem Pinsel auf beide Kanten auf und lässt ihn ca. 10 Minuten ablüften, bevor man die beiden Kanten fest aneinander drückt. 10 Min ist ein Richtwert (bei ca. 20 °C), es kann aber auch weniger oder länger dauern. Am besten prüfst du, ob der Kleber “bereit” ist, wenn er nicht mehr glänzt und sich bei leichter Berührung mit dem Finger kaum noch klebrig anfühlt (er sollte aber auch nicht komplett vertrocknet sein :D). Die Konstistenz des Klebers ist übrigens sehr… interessant… wir haben ihn immer lieb den “Schneckenschleim” getauft 😀
Aber funktionieren tut er wirklich absolut gigantisch und wir fragen uns immer, warum er nicht so bekannt ist wie das Tape.

Geschafft!

So, das war’s jetzt mit der doch sehr detaillierten Auskunft und Anleitung zum Dämmen im Campervan. Wir hoffen, der Beitrag hat dir geholfen und du hast etwas Passendes gefunden. Natürlich freuen wir uns sehr, wenn du eine nachhaltige Dämmmethode wählst und falls du noch irgendwelche Frage hast oder etwas vermisst, schreib es gerne in die Kommentare oder eine DM bei Instagram.
Wir sind sehr gespannt auf dein Feedback, aber möchten noch einmal betonen, dass jeder seine individuelle Methode und Meinung zum Dämmen im Van hat. Also immer schön freundlich und respektvoll bleiben. Dankeee 🙂

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