Die türkische Westküste – Unsere Eindrücke von Troja bis Ephesos

Die Türkei steht schon seit vielen Jahren auf unserer Reise-Bucketlist und dieses Jahr erfüllen wir uns endlich diesen lang ersehnten Traum! Mit dem Camper reisen wir gerade durch das Land und haben in den ersten 12 Tagen bereits die türkische Westküste unsicher gemacht. Dabei haben wir so viele wunderschöne Orte besucht und neben antiker Historie auch das Vanlife am Strand genossen. Welche Orte uns besonders gut gefallen haben und was du bei deiner Einreise in die Türkei mit dem Van benötigst, erfährst du in diesem Beitrag.

Reisen mit Plan

Bisher sind wir oft nur mit einem groben Plan und ohne wirkliche Ziele gereist und haben uns einfach angeschaut, was wir auf dem Weg so finden. Dieses Mal war das jedoch anders. Wir hatten schon vorher eine prall gefüllte Liste mit vielen tollen Orten gesammelt und die Van__Sisters haben uns sogar einen tollen Gastbeitrag hier auf dem Blog geschrieben über ihre 3-monatige Reise mit dem Van durch die Türkei. Dort solltest du auf jeden Fall vorbeischauen, wenn du etwas mehr über das Land im allgemeinen, die Kultur, das Essen, das Campen und die Sprache lernen möchtest. Es lohnt sich wirklich – und das sagen wir nicht nur, weil wir Kira und Sassi wirklich sehr mögen 😋

1. Einreise in die Türkei

Wir sind von Griechenland aus von Alexandroupolis nach Ipsala in die Türkei eingereist, haben also den Grenzpunkt “Kimi-Ipsala” passiert. Die Einreise in die Türkei war zugleich auch unsere erste Landesgrenze in ein Nicht-EU-Land und wir wurden etwas strenger kontrolliert (vermutlich auch, weil es an einem Sonntag war). Unser Autoversicherungsschein, die Fahrzeugpapiere und die Ausweise wurden mehrfach kontrolliert und es hat sich sogar jemand unseren Van von innen angeschaut. Insgesamt hat die Grenzüberquerung bei uns ca. 1 h gedauert – bei Freunden von uns, die ein paar Tage früher und unter der Woche eingereist sind, hat es lediglich 10 min gedauert.

Benötigte Reisedokumente (bei deutscher Staatsangehörigkeit):

  1. Gültiger oder vorläufiger Reisepass oder Personalausweis
  2. Impfzertifikat oder negativer Testnachweis (wegen Covid-19)
  3. PLF (Covid-19-bedingte Einreiseanmeldung)
  4. Fahrzeugpapiere (oder beglaubigte Genehmigung, falls man nicht Fahrzeughalter:in ist)
  5. internationale Versicherungskarte für Kraftverkehr (war früher grün, ist mittlerweile fast immer weiß und muss in der Türkei gültig sein)

Am besten informierst du dich vor deiner Einreise nochmal beim Auswärtigen Amt über aktuelle Einreisebestimmungen.

Die Reise in die Türkei war nicht nur unsere erste Nicht-EU-Landreise, sondern auch unsere erste Reise mit dem Van nach Asien! Dazu haben wir die Fähre von Eceabat nach Çanakkale für 120 TL (ca. 8 €, stand 2022) genommen. Die Überfahrt dauerte ca. 30 min. Es gibt aber mittlerweile auch eine Brücke über die Meerenge, die Çanakkale 1915 Brücke, diese soll aber sehr teuer sein.

2. Troja und das Trojanische Pferd

Gleich zu Beginn unserer Türkeireise besuchten wir der Ort Troja. Troja (heute Truva auf Türkisch) ist eine antike griechische Stadt in der heutigen Türkei und besonders durch das Trojanische Pferd und den Film “Troja” bekannt. Das wollten wir uns also unbedingt mal mit eigenen Augen anschauen. Die Ausgrabungsstätte ist allerdings überschaubar und wir hatten, ehrlich gesagt, etwas mehr erwartet. Das nachgebaute Holzpferd ist nicht wirklich wie das Original und konnte zu dem Zeitpunkt auch nicht bestiegen werden. Wir sind einfach ein bisschen auf den Holzpfaden entlang durch das Gelände geschlendert, haben uns alles angeschaut, ein paar Fotos gemacht und hier und da eine Infotafel durchgelesen. Wer bereits Vorwissen über Troja, die Geschichte und Ausgrabungen im Allgemeinen hat, findet sich hier bestimmt mehr aufgehoben fühlen als wir.

Troja-Museum

Was uns wiederum total positiv überrascht hat, ist das Troja-Museum. Erst wollten wir gar nicht hineingehen, aber wir sind so froh, dass wir es doch getan haben! Der von außen unscheinbar wirkende sexy Rostwürfel ist vollgepackt mit spannenden und sehr künstlerisch aufbereiteten Funden der Ausgrabung. Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet und mit 3D Animationen, Nachbauten und Visualisierungen in digitaler und physischer Form gefüllt. Der Rostwürfel entpuppte sich somit als ideale Ergänzung bzw. Basis vor dem Besuch der Ausgrabungsstätte und ist obendrein ein architektonisches Kunstwerk. Wir würden es daher jedem als “Must Visit” empfehlen.

3. Die Insel Alibey Adasi

Nach dem ganzen Sightseeing wollten wir erst einmal zurück ans Meer und fanden zufällig die viertgrößte Insel der Türkei ganz auf unserer Route – Alibey Adasi. Alleine eine Autofahrt über die Insel ist schon so sehenswert, denn zwischen Pinienwäldern, die sich über den gesamten Berg der Insel erstrecken, erblickt man immer wieder das Meer und die gegenüberliegende griechische Insel Lesbos (Lesvos). Wir fuhren einfach ein wenig umher, genossen die Sonne am Strand und fanden gegen Ende noch ein knüllergutes Plätzchen für die Nacht. Sogar mit Blick auf eine kleine Miniinsel, auf der eine Burgruine steht. Kann uns mal jemand kneifen?!

4. Bergama, vormals Pergamon

Man könnt sagen, dass wir uns an der Westküste einfach von antiker Stadt zu antiker Stadt gehangelt haben 😀 Die nächste auf unserer Route war nämlich die antike Stadt Pergamon, heute Bergama. Wir hatten ehrlich gesagt keine großen Erwartungen und waren daher positiv überrascht. Die Fahrt durch den im Tal liegende Ort führte zwar teilweise durch etwas enge, steilen Gassen, aber wir passierten auf dem Weg auch einige süße Teppich-Läden – hat sich also gelohnt! Da das historische Theater auf dem Berg liegt, haben wir unten geparkt und sind mit der Gondel (100 TL, ca. 6 € pro Person) hochgefahren. Scheinbar kann man aber auch oben parken (wäre sicher etwas günstiger gewesen). Der Eintritt für das Gelände ist im Gondel preis nämlich nicht enthalten und kostet noch einmal 60 TL (ca. 4 €) pro Person.

Das Gelände ist zirka so groß wie die Ausgrabungsstätte in Troja, wiederum musste hier nichts ausgegraben werden und es ist weit mehr Architektur erhalten und teils auch wieder aufgebaut. Der Blick über die Stadt ist absolut grandios und auch das Amphitheater an so einem steilen Hang ist extrem beeindruckend. Stell dir da mal ein Konzert deiner Lieblingsband/Sänger:in vor! Hammer!

5. Alaçatı

Alaçati ist eine zuckersüße Stadt auf der Halbinsel Çesme. Der komplette Altstadtkern steht unter Denkmalschutz und ist zwar etwas heruntergekommen, aber dadurch auch so charmant! Überall sind kleine Läden, Cafés, Restaurants und Bars und alles ist mit Lichtern und Blumen geschmückt. Besonders bekannt ist die Gasse, in der bunte Schirme von oben gespannt sind und sich an ein Meer aus Blumen reihen. Es lohnt sich aber allgemein einfach durch alle Gassen zu schlendern, denn hinter jeder Ecke verbirgt sich eine andere Stimmung und man kann mühelos seinen Instagram Feed mit bunten Erinnerungsfotos füllen. Eine schöne Aussicht über Alaçatı hast du von den alten Mühlen auf dem Hügel.

Kräuterfestival in Alaçatı

Zufälligerweise war am Wochenende unseres Besuches gerade das elfte Alaçatı-Kräuterfestival, dass wir hautnah miterleben durften. Es ist wohl ein Riesenfest und lockt Touristen aus der gesamten Türkei und sogar der ganzen Welt in die Stadt. Die Hauptstraße wird dazu gesperrt und ein großes Marktzelt mit vielen, reih an reih stehenden Marktständen aufgebaut. Dort gab es neben vielen unterschiedlichen Kräutern und Gewürzen auch Obst, Gemüse, Gebäck, Dips, Öl und kleinen Schnickschnack zu kaufen. Die ganze Stadt hat gefeiert, es gab abends Livemusik und die Läden und Cafés waren auch am Sonntag sehr belebt. Was hatten wir doch für ein Glück!

Auf dem Markt haben wir so viele Leckereien, Gewürze, Gemüse, Salat und Obst, sowie frisches Tahini (Sesammus), frischen Salbei und frische Minze gekauft. Es gab so viele Stände von netten, lokalen Verkäufern und wir haben uns nebenbei durch die kompletten 1 km Markthalle gefuttert. Für unsere riesen Ausbeute haben wir 426 TL (ca. 27 €) ausgegeben. Und man muss bedenken, da waren eine Tüte Artischockenherzen, ein halbes Kilo saftige Datteln, und eine Menge bereits verputzte Snacks wie Gözleme (eine Art gefüllter Pfannkuchen) und frische Zitronenlimo mit inbegriffen.

Generell empfehlen wir jedem, auf lokale Märkte oder kleine Stände mit offenen Armen zuzugehen und seine Lebensmittel lieber dort zu kaufen. Das finanziert die Bauern direkt und ist nicht nur frischer, sondern auch günstiger als im Supermarkt. Und obendrein macht es auch so viel Spaß, sich alles anzuschauen!

Unsere Ausbeute vom Markt & Kräuterfestival in Alaçatı

Die Halbinsel Çeşme

Auf dem Weg von Alaçatı nach Izmir wollten wir gerne noch einmal etwas Ruhe und Natur und haben daher einen Stellplatz am Strand auserkoren. Beziehungsweise zwischen zwei Stränden, denn hier kann man sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang am Strand beobachten. Als wir am Sonntagnachmittag ankamen, waren viele Einheimische zum Baden, Grillen und auch Campen dort und die Stimmung war einfach so urlaubsmäßig entspannt.

Leider herrscht in der Türkei allgemein ein sehr großes Müllproblem, was sich auch an diesem Strand bemerkbar macht. Wir haben uns bei unserem morgendlichen Spaziergang daher einige Tüten geschnappt, um zumindest etwas von dem Müll mitzunehmen. Wir und die Natur würden uns freuen, wenn du das bei deinem Türkei Besuch auch machst 🙂

6. Izmir

Die drittgrößte türkische Stadt haben wir zwar nur für einen kurzen Ausflug besucht, wurden aber auch hier positiv überrascht. Auf unserer Fahrt nach Alaçatı sind wir bereits an Izmir vorbeigefahren und waren erstaunt über die Größe und Weite der Stadt. Der erste Eindruck war allerdings nicht der beste, denn von der Autobahn aus wirkte Izmir ziemlich voll von Industrie und Hochhäusern.

Dennoch haben wir uns dazu entschlossen, der Stadt wenigstens einen kurzen Besuch abzustatten und sind froh, dass wir sie nicht zu voreilig verurteilt haben. Einen süßen Altstadtkern gibt es hier zwar nicht und allgemein ist es doch auch eher voll und großstatdtmäßig 😅 ABER, wenn man weiß wo, findet man auch hier das ein oder andere nette Plätzchen. Im Viertel Alsancak, in der “Kıbrıs Şehitleri Straße” reiht sich ein Café an das nächste und man kann sich mit einem Kaffee 2 Go im eigenen Becher vorne ans Wasser setzten, wie die Einheimischen. Eine Herzensempfehlung in diesem Viertel ist auch das Yaşam Vegan Cafe. Dort solltest du unbedingt die “Leyla” Kekse und das “Vegan Bomba” probieren und kannst obendrein viele selbstgemachte Produkte wie Tofu, Joghurt, Burgerpatties, sogar vegane Suçuk kaufen.

Auch sehr sehenswerte sind die Markthallen des “Kizlaragasi Han Bazaar”. Wir sind zwar alles andere als Shoppingfreunde und können mit Konsum, besonders in dieser Masse, recht wenig anfangen, dennoch haben die Hallen und die umliegenden Gassen einen besonderen Charme und gaben uns einen guten Vorgeschmack für Istanbul.

7. Ephesos

Ephesos ist genau wie Troja und Pergamon eine antike, vormals griechische, Stadt. In der Antike war sie eine der ältesten, größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens und zählt seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Hauptattraktionen der Stadt sind das beeindruckende, große Amphitheater und die Celsus-Bibliothek, aber auch sonst hat die Stadt einig spannende Ecken zu bieten, wie den Hadrian-Tempel und sogar in verstecktes Bordell 🤫

Ephesos erstreckt sich der Länge nach, wie ein Schlauch, von einem Hügel im Süden nach “unten” (Norden). Es gibt daher zwei Eingänge: den Süd/Osteingang oben und den Nordeingang unten.  An beiden gibt es Parkplätze (der Parkplatz hat für unseren 7 m langen Van 25TL, also ca. 1,50 €  gekostet). Wir haben am Nordeingang geparkt und fanden das auch den besseren Ausgangspunkt, da oben am Südausgang die großen Touribusse parken. Man läuft der Masse demnach eher entgegen und hat, wenn man früh morgens kommt, den unteren Teil noch für sich alleine 😋 

Großes Theater von Ephesos

Wenn du unten parkst, macht auf keinen Fall denselben Fehler wie wir, lass dir KEIN Shuttle aufquasseln! Ephesos ist wirklich überschaubar und in der Zeit, in der das Shuttle in einem riiiiesen Bogen um den Hügel nach oben getuckert ist, hast du schon die Hälfte der Stadt geschafft 😂 Das Shuttle ist außerdem nur kostenlos, weil es an einem Ledergeschäft hält und sich erhofft wird, dass man dort etwas kauft. 🙈 Man kann zwar dankend ablehnen etwas zu kaufen, muss aber trotzdem erst einmal in das Geschäft hereingehen und als Veggie/Veganer war das sehr unangenehm. Also einfach unten parken und entspannt durch Ephesos hin und zurück schlendern. 

Der Eintritt zum Gelände der Ausgrabung hat pro Person 120 TL (also ca. 7,50 €) gekostet, es gibt aber auch verschiedene Kombi-Tickets, wenn man z.B. auch das Museum oder den Tempel der Artemis besuchen möchte (er gehörte einst zu den 7 Weltwundern der Antike).

Wo gehts als Nächstes hin?

Unsere prall gefüllte Reiseliste ist definitiv noch nicht abgehakt und wir freuen uns schon riesig, noch mehr von der Türkei zu entdecken und zu erleben. Als nächstes geht es für uns über Pamukkale (und die Kalkterassen) in den Süden der Türkei. Und dann steht uns auch noch das allergrößte Highlight und Bucketlist Traum Kappadokien bevor – oh das wird so toll!

Wenn du unsere Reise gerne live verfolgen möchtest und immer wissen willst, wo wir sind, dann folge uns doch bei Instagram. Dort erwarten dich täglich lustige Stories und Einblicke ins Vanlife, so wie noch mehr Reisetipps und Firlefanz 😋

Interaktive Türkei Karte

Wie immer haben wir auch eine interaktive Karte, mit sämtlichen interessanten und sehenswerten Zielen, erstellt, die wir gerne mit dir teilen möchten. Wir sind genau so gespannt wie du, welche davon wir auf dieser Reise alle schaffen 😅

Das hier ist lediglich der erste Teil unserer Reise mit dem Van durch die Türkei. Wir teilen hier schon bald den nächsten Abschnitt unserer Route und freuen uns schon, die Erlebnisse und Bilder in einem weiteren Blogpost für dich zusammenzutragen.

Liebe Grüße (Saygılarımla),
Hanna & Dorian

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