Griechenland Guide – Ein Vanlife Paradies mit Strand und Bergen

“Hinter uns die Berge, vor uns das Meer und wow, ist das wieder ein schöner Sonnenuntergang!”. Griechenland ist nicht umsonst eines der beliebtesten Reiseziele für Vanlifer, besonders im Winter. Zwischen Olivenbäumen grasen Schafs- und Ziegenherden, man steht mit seinem Van irgendwo am Strand und selbst die Autofahrt ist ein reines Panorama aus Zitrusbäumen, grüner bergiger Landschaft und wendigen Küstenstraßen.

Wir haben in Griechenland zwischen Januar und März 8 wundervolle Wochen verbracht und möchten dir einen Einblick in alles geben, was man über das Land wissen sollte:
Kultur, Geografie, Klima, Sprache, Reisen mit dem Camper, Ver-und Entsorgung, (veganes) Essen, Einkaufsmöglichkeiten und vieles mehr. Klingt gut? Dann keep reading 😋

Fläche: 132.000 km²
Einwohner: 10.718.500

Währung: € – Euro (EUR)
Wechselkurs: 1 € = 1 €

Sprache: Griechisch
Hauptstadt: Athen

Über das Land

Über Griechenland lässt sich extrem viel berichten. Kaum ein Land hat eine so ereignisreiche und prägende Historie wie dieses Land und auch landschaftlich hat es einiges zu bieten. Daher wollten wir zunächst mit ein paar Quick Facts einsteigen:

  1. Griechenland ist das Land der Mythen und Göttergeschichten. Die griechische Mythologie prägte die gesamte europäische Kultur
  2. Griechenland ist sehr grün, bergig und umgeben von 3 Meeren. Es gibt zahlreiche hohe Berge, atemraubende Strände und insgesamt über 3.000 vorgelagerte Inseln
  3. Griechenland hat eine sehr ereignisreiche Geschichte und ist Entstehungsort vieler Regierungsformen, der westlichen Philosophie, Literatur, des Prinzips der Mathematik und des Theaters
  4. Griechen sind allgemein sehr freundlich, auch wenn manche (besonders ältere Herren) zunächst etwas grimmig schauen 😅
Eine Stadt auf der Halbinsel Peloponnes (2. “Finger” Westseite)

Griechische Mythologie & Geschichte

Die griechische Mythologie prägt die gesamte europäische Kultur und ist Ursprung der Philosophie und Literatur. Dabei erzählt sie von Götter*innen und Held*innen, der Entstehung der Welt und erklärt Naturphänomene wie z.B. das Wetter und die Sonne. Zu den bekanntesten griechischen Götter*innen zählen z.B. Zeus, Hera, Poseidon, Apollon, Demeter, Aphrodite, Hermes, Artemis, Hades und Ares.

Wenn du wissen möchtest, wer wer ist und was ihre Aufgaben waren, können wir das YouTube Video “Die Olympischen Götter erklärt” von Study Historie empfehlen. Und für etwas detaillierte Videos zu einzelnen Geschichten auch den Kanal “Geschichten und Mythen illustriert”.

Wer sich weniger für Götter und mehr für das Leben der Menschen im antiken Griechenland interessiert und die politische, sowie geschichtliche Situation verstehen will, der kann gerne auch bei Mr.Wissen2go uns seinem Video “Antikes Griechenland erklärt I Geschichte” vorbeischauen.

Geografie

Gleich zu Anfang: Griechenland ist wunderschön und eine Ecke gefühlt schöner als die andere! Dieses Land hat uns mit seiner unglaublich beeindruckenden Natur mehr als einmal zum Staunen gebracht und bietet so unfassbar viel Sehenswertes! Ob man eher Berge oder lieber das Meer mag – in Griechenland muss man sich nicht entscheiden, denn meist bekommt man Beides und zwar zu seiner vollständigen Zufriedenheit! Fast 80 % des Landes sind gebirgig und von großen wunderschönen Bergen und Felsen geprägt, die sich sowohl im Landesinneren als auch auf den Inseln, oft über 2.000 Meter in die Höhe strecken!

Dennoch ist die Landschaft in Griechenland erstaunlich grünbesonders im Winter, wenn es mehr regnet. Im Sommer sieht sie vergleichsweise kahl und felsig aus, da es heiß und trocken ist und die Obst- und Olivenbauern nach der Ernte (und bis zum 01. Mai) die abgeernteten Zweige verbrennen dürfen.

Griechenland ist vor allem für seine Oliven- und Zitrusbäume bekannt, die sich rechts und links der Straßen erstrecken und dem Land seinen typisch griechischen Charme verleihen. Zwischen den Bäumen sieht man oft Schafs- und Ziegenherden, die zu unserer Freunde auch gerne und oft mal am Strand und neben dem Van lang laufen.

Strand gibt es in Griechenland übrigens auch mehr als genug, mit einer Küstenlänge von 15.000 km, was für eine Größe von 131.957 km² ziemlich beachtlich ist. Das kommt vor allem daher, dass dem griechischen Festland insgesamt 3.050 Inseln vorgelagert sind (🤯 ja, unser Hirn ist dabei auch fast explodiert!). Die größten und auch bekanntesten davon sind Kreta, Euböa, Lesbos und Rhodos, aber auch Korfu, Kos, Naxos, und Santurini sind beliebte Reiseziele.

Die Inselgruppen werden in die Ionischen Inseln, die Ägäischen Inseln und Kreta aufgeteilt, basierend darauf, in welchem Meer sie liegen. Griechenland grenzt im Osten an das Ägäische Meer, im Westen an das Ionische Meer und nördlich von Kreta befindet sich das Kretische Meer. Alle drei sind wiederum Teile des Mittelmeeres.

Klima und Wetter

Das Klima in Griechenland ist grundsätzlich mediterran. Im Sommer ist es eher heiß und trocken, mit durchschnittlichen Temperaturen bis zu 32 °C und 10 – 12 Sonnenstunden. In Hitzeperioden kann es aber auch gut über 40 °C im Schatten werden, weshalb es in den letzten Jahren leider vermehrt zu starken Waldbränden kam. In seltenen Fällen gibt es Sommergewitter und durchschnittlich regnet es eher wenig. Die Wassertemperaturen pegeln sich im Sommer bei gemütlich warmen 22 – 25 °C ein.

Im Winter ist es hingegen mild-feucht und an den Küstenregionen regnet es viel. Die Temperaturen fallen auf bis zu 4 °C im Durchschnitt und nachts kann es gerne mal frostig werden. Im Landesinneren wird es sogar noch kälter und Schneefall, besonders im Januar und Februar sind hier ganz normal. Die Wassertemperatur sinken ab August ab und erreichen im Februar-März ihren Tiefpunkt von durchschnittlich 15 °C (um einige Inseln wie Rhodos kann sie aber auch wärmer bleiben, bis zu 18 °C).

Der Winter wird im März von einem kurzen, aber schönen Frühling abgelöst, in dem viele Blumen wie Lavendel, Klatschmohn oder Kamille die Landschaft bunt einfärben.

Sprache

In Griechenland spricht man Griechisch, bzw. genauer gesagt Neugriechisch. Als Deutscher sieht die Schriftform von Griechisch zunächst ziemlich fremd aus. Es gibt zwar auch einige gleiche Buchstaben, dennoch ist es ziemlich schwer und manchmal auch gar nicht zu entziffern 🙈. Es sei denn, man kennt das griechische Alphabet. An sich muss man aber auch selten Griechisch lesen können. In Supermärkten und auf Beschilderungen für Sehenswürdigkeiten und Verkehrsschildern steht grundsätzlich alles in “unserer” Schriftform, also im lateinischen Alphabet.

Was wir wiederum empfehlen können, sind ein paar Worte Griechisch sprechen zu können. Das macht es nicht nur leichter sich zu verständigen, sondern zeigt auch, dass man bemüht ist und sich für das Land und die Kultur interessiert. Wir finden es jedenfalls respektvoll und meist freuen sich die Einheimischen auch total, wenn man z.B. “Hallo” oder “Danke” sagen kann 🙂

  • Hallo = ya sas (jassas)
  • Guten Tag = kaliméra (kalimeera – wird so bis 15Uhr verwendet und heißt damit auch ‘Guten Morgen’)
  • Guten Abend = kalispéra (kalispeera – ab Nachmittag)
  • Tschüss / Auf Wiedersehen = adío (adiio)
  • Danke = efcharistó (ffkaristoo)
  • Bitte = parakaló (parakaloo)
  • Entschuldigung = Dikaiologia
  • Ja = naí (nä)
  • Nein = óchi (oochi, mit kehligem “R” nicht, weichem ch)
  • Prost – ya sou oder yamas (jassu, bedeutet so viel wie ‘Gesundheit’ und jammas ist die Kurzform von ‘auf unsere Gesundheit’)

Nichtsdestotrotz sprechen einige Griechen, vor allem in Städten oder auch jüngere Leute, Englisch. Zur Not kann man sich aber auch immer gut mit Zeichensprache und freundlichem Nicken verständigen 😅.

Essen

Das griechische Essen ist einer der Gründe, weshalb wir unbedingt mal das Land bereisen wollten 😅. In Berlin haben wir 3 Jahre über einem ziemlich guten griechischen Restaurant gewohnt und uns das ein oder andere Mal kulinarisch verwöhnt. In Griechenland selbst haben wir ein auch ein paar Leckereien probieren können, jedoch waren wir in der Wintersaison hier und viele Restaurants hatten nur eine vereinfachte Karte oder waren gar komplett geschlossen.

Die griechische Küche, bzw. vor allem die Hauptgerichte, bestehen leider oft aus Fleisch und Fisch. Jedoch gibt es gerade bei den Vorspeisen einige vegetarische, teils sogar vegane Gerichte, die wir dir gerne ans Herz legen möchten. Generell wird viel frittiert, viel mit Knoblauch gekocht und vielleicht etwas zu viel Öl aufgetischt, aber genau das macht es wiederum so besonders und lecker. Und es sind oft ja auch gesunde Olivenöle 😋.

  • Mezedes „kleiner Teller“ – Frittiertes / Gegrilltes / Gebackenes (Käse, Zucchini, Aubergine, …)
  • Tzatziki – Joghurt-Dip mit Knoblauch und Gurke
  • Dolmadakia – Mit Reis gefüllte Weinblätter
  • Mousakka – Tomatiger Kartoffel-Auberginen-Auflauf (traditionell mit Hackfleisch, aber gibt’s manchmal auch vegetarisch)
  • Fassolada – Bohnensuppe (zählt zu den griechischen Nationalgerichten)
  • Briam – gemischtes Ofengemüse mit viel Olivenöl
  • Saganaki – gebackener Käse
  • Fava – gelbe Linsenpasten (wie Hummus, nur mit Linsen)
  • Gigantes – Riesenbohnen (gibt es mit Olivenöl oder auch aus dem Ofen)
  • Fassolakia – Stangenbohnen, die mit Tomaten und Kartoffeln gekocht werden
  • Spanakópita – Spinatkuchen oder -strudel (ähnlich wie türkische Börek)
  • Spanakópitakia – kleine Teigtaschen mit Spinat gefüllt
  • Tiropita – wie Spanakopita, aber mit Feta gefüllt
  • Tiropitakia – kleine Teigtaschen mit Feta gefüllt
  • Spanakorizo – Spinatreis
  • Salat – Krautsalat oder auch der “klassische griechische Salat” mit Feta-Tomate-Gurke-Oliven
  • Domatorizo / Tomatenreis – Reisnudeln in Tomatensauce (die Reisnudeln sind nicht etwas aus Reismehl, wie in Asien, sondern kleine Nudeln, die von der Form her aussehen wie Reis)
  • Pita – Mit unterschiedlichem Inhalt und Soßen, gerolltes oder gefülltes “Pita”-Brot

Ansonsten zählen natürlich auch Oliven (pur, als Öl oder Paste) und Feta (pur, gebacken, in Salat, Bestandteil einer Mahlzeit oder als Creme) zu wichtigen Bestandteilen der griechischen Küche.

Vegan in Griechenland – Zauberwort “nistissimo”

In Griechenland ist durch die Religion das Fasten fest in der Kultur verankert. So wird in der Zeit zwischen Rosenmontag („Kathará Deftéra“ – reiner Montag) und Ostern gefastet und dabei auf Fleisch, Milch, Käse, Eier und Butter verzichtet. Die Gerichte werden dann als “nistissimo” bezeichnet. Lediglich nach Honig und Meeresfrüchten sollte man dann noch fragen – die dürfen nämlich dennoch gegessen werden.

Auch außerhalb der offiziellen Fastenzeit kann man nach “nistissimo” fragen und erhält (bis auf evtl. Honig) so einfach und schnell vegane Gerichte. Meist klappt das auch einfacher und unkomplizierter als nach “vegan” zu fragen. Da sind viele nämlich noch etwas irritiert und sagen manchmal “nein”, obwohl es doch vegan wäre.

Bei unserem Besuch der Hauptstadt Athen haben wir übrigens den „Kathará Deftéra“ mitbekommen und neben dem Beginn der Fastenzeiten auch das feierliche Drachensteigen im Park beobachten können ☺️.

Griechische Restaurants und Tavernen

Bei unserer Griechenland Recherche vorab haben wir auf ein paar Blogs gelesen, dass es wohl unterschiedlichen Formen von Lokalen in Griechenland gibt. Die klassische Taverne ist demnach eher eine Tapas-Bar mit Mezedes und Drinks. Ein richtiges Restaurant zum Essen gehen soll “Estiatorion” heißen – nur haben wir diesen Begriff nirgends gesehen 😂. Wahrscheinlich hat sich der Name Taverne in Griechenland der Einfachheit halber und aufgrund der Touristen eingebürgert.

  • Taverne – kleines Restaurant, eher zum Wein trinken und für kleine Gerichte
  • Estiatorion – Ein Restaurant, das große Mahlzeiten wie Mittag- und Abendessen serviert
  • Ouzeri – Eher eine Kneipe (kommt vom heimischen Schnaps “Ouzo”). Serviert Getränke und Snacks
  • Kafenion – kleines Kaffee, in dem sich die griechische Gesellschaft trifft

Einkaufen

In Griechenland gibt es in vielen Städten Wochenmärkte mit Obst- und Gemüseständen, vereinzelt stehen auch Stände an Ortsrändern. Hier sind die Produkte meist günstiger, lokaler und frischer als im Supermarkt.

Zu den beliebten Supermärkten zählen AB, Sklavenitis und Lidl. Dabei gibt es unterschiedlich große Filialen und AB und Sklavenitis sind eher wie Edeka und Rewe in Deutschland. Die Lidl-Filialen sollte man aber auch keinen Fall missen, nur weil man sie von Zuhause schon kennt. In jedem Land gibt es unterschiedliche Produkte, extrem viel lokales Gemüse und leckere landestypische Backwaren.

Wir haben uns beim Einkauf z.B. immer über Austernpilze, veganen Feta, Oliven, Black Eyed Peas und Pitas gefreut und können auf jeden Fall auch den Hummus von “Ifantis” aus dem AB empfehlen. Es gibt in auch als “Pesto Hummus” und “Lemon Hummus” (schmeckt ein bisschen wie Zitronenplätzchen und ist mega geil!).

Es lohnt sich definitiv auch einen Halt an einem Olivenstand einzulegen und neben selbst gepresstem Öl und Oliven, auch Olivenpasten und eingelegte Tomaten zu kaufen. In Bäckereien gibt außerdem Leckereien wie Blätterteigteilchen mit Spinat und oder Feta Füllung, Koulouria (Sesamring, wie türkische Simit) und kleine Gebäckstangen, Olivenringe etc.

Anreise mit dem Camper

Um nach Griechenland zu gelangen, gibt es mit dem Camper zwei Optionen. Entweder man fährt, wie wir, nach Italien und von dort mit der Fähre nach Griechenland, oder man fährt über den Landweg.

Mit der Fähre von Italien

Wir sind (am 20.01.22) mit der Fährgesellschaft Minoan Lines mit dem Schiff “Zeus Palace” von Ancona nach Patras gefahren und haben bei der Buchung auf eine Kabine verzichtet. Leider gab es an Board keine öffentlichen Duschen, keine Steckdosen, keinen Platz zum Arbeiten und das Internet ist ebenfalls ausgefallen. Und wir haben es geschafft, an unserem Gepäck Bettwanzen einzufangen. Ja, wir hatten wohl echt Pech! Unsere Freundin Jana hingegen hatte auf ihrer Reise von Venedig nach Igoumenitsa mit Anek Lines auf dem Schiff “F/B Asterion 2” mehr Glück und bereut es lediglich im Winter eine Kabine gebucht zu haben, da es sowieso alles (außer einem Bett) für Jeden zugänglich gibt.

Gebucht haben wir unsere Fährfahrt über das ADAC-Fährportal, da wir hier einen Mitglieds-, sowie einen Frühbucherrabatt abgestaubt haben. Für die Reise von Deutschland nach Griechenland haben wir 297,60€ für die Fähre (7 m langer Van + 2 Personen ohne Kabine), 41,50 € für eine Jahresvignette in der Schweiz und 35,50 € für die Maut in Italien (Como bis Ancona) bezahlt.

Von April bis Oktober gibt es bei manchen Fährgesellschaften die Option “Camping on Bord”, bei der man während der gesamten Fährfahrt zu seinem eigenen Camper kommen kann und dort auch übernachten darf. Im Winter ist diese Option leider nicht verfügbar, jedoch sind die Fähren in der Zeit kaum ausgelastet und man kann sich auch ohne Kabine in den öffentlichen Räumen entspannen.

Über Land nach Griechenland

Um mit dem eigenen Wohnmobil über Land nach Griechenland zu fahren, musst du durch Österreich, Slowenien, (alternativ die Schweiz und Italien), Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien fahren. Auf deiner rund 28-stündigen Überfahrt passierst du also eine Menge Grenzen und reißt durch einige Länder. Wenn du Zeit hast, empfehlen wir auf jeden Fall, den Weg auf sich zu nehmen und die unterschiedlichen Länder auf dem Weg zu erkunden.

Informiere dich vor deiner Reise am besten beim Auswärtigen Amt über die Länder und schaue wie deren Durch-, Ein- und Ausreisebestimmungen sind (besonders zu Corona Zeiten).

Mit dem Auto / Camper durch das Land

In Griechenland sind die Straßenverhältnisse sind im Vergleich zu Italien sehr gut. Die Haupt- und Schnellstraßen sind gut gepflegt und weitestgehend ohne Schlaglöcher und Überraschungen. Lediglich die kleinen abgeschiedenen Wege und Straßen sind ungepflegt, bestehen überwiegend aus Schotter, Erde oder sogar Sand und sollten behutsam befahren werden.

Eine Vignette brauchst du für Griechenland nicht, wenn du wiederum schnell über die Autobahn heizen möchtest, dann musst du für viele Streckenabschnitte Maut bezahlen. Die Maut wird direkt an der Autobahn bezahlt und je nach gefahrene Distanz und Art deines Fahrzeuges berechnet. Allgemein kann man sagen, dass die Maut im Süden des Festlandes recht teuer ist und ab Thessaloniki und im Nordern verhältnismäßig günstig. Die Maut für die Strecke von Patras nach Athen liegt für ein Wohnmobil z.B. bei ca. 30 €. Die Strecke von Athen nach Thessaloniki bei fast 80 €! Wir haben die Mautstraßen deshalb lieber umgangen und stattdessen die Aussicht und kleinen Ortschaften auf den Wegen genossen.

Tipp: Prüfe immer mehrmals deine Eingabe ins Navi, bevor und während der Fahrt. Mehrere Ortsnamen ähneln sich und dein Ziel kann durch einen kleinen Buchstaben verfälscht sein. Außerdem sind nicht alle Straßen im Navi befahrbar bzw. nicht alle befahrbaren Straßen im Navi aufgenommen. Fahr am besten tagsüber, nimm dir etwas Zeit für die Fahrt und nutze bei Gelegenheit Koordinaten, um an das korrekte Ziel zu kommen.

Camping in Griechenland

In Griechenland gibt es ein paar Campingplätze, die in der Hauptsaison geöffnet haben und bei denen man Strom und Wasser tanken und Abwasser, Toilette und Müll entleeren kann. Diese sind jedoch im Winter meist nicht geöffnet.

Freistehen, bzw. Wildcampen ist in Griechenland nicht erlaubt, wird aber geduldet. Auf der Plattform Park4Night sind sehr viele Stellplätze mit Fotos und Insights in den Kommentaren gelistet. Die Community der Deutschen Camper hat hier schon gut vorgesorgt. In seltenen Fällen sind Verbotsschilder aufgestellt, nehmt diese bitte ernst! Ansonsten kann es auch sein, dass man mal von der Polizei gebeten wird, den Ort zu verlassen. Auch da einfach rücksichtsvoll sein und dem sofort nachgehen!

Ver- und Entsorgung

Das Zapfen von frischem Trinkwasser ist in Griechenland selten ein Problem. In der P4N App findet man schnell einen nahegelegenen Brunnen, einen öffentlichen Wasserhahn oder eine Tankstelle mit Trinkwasser. Das Wasser kann ohne Bedenken getrunken werden, wir filtern es aber zur Sicherheit in unserem Wassersystem noch mal extra.

Leider ist Griechenland nicht wirklich vorbildlich bezüglich der Entsorgung. Der Hausmüll wird nicht getrennt und auch in Mülltonnen am Straßenrand wird alles zusammen geworfen. Selbst, wenn es ab und an eine zweite Mülltonne für Recycling gibt (Papier, Kunststoff, Metall und Glas in einem), wird trotzdem alles zusammen geworfen und die Inhalte der verschiedenen Tonnen sind komplett identisch: Müll.

Auch das Leeren der Campingtoilette oder dem Abwassertank bereitet dem Camper erhebliche Schwierigkeiten. In Griechenland gibt es in ländlichen Regionen keine vernünftige Kanalisation, die das Abwasser der Haushalte filtert und aufbereitet. Auch größere Städte haben teils kein Klärwerk und es ist gang und gäbe, das Abwasser der Haushalte in Sickergruben oder direkt in das Meer zu leiten. Leider gibt es kaum Möglichkeit für Wohnmobile, ihre Tanks umweltgerecht zu leeren. Selbst auf den meisten öffentlichen Toiletten wird das Papier gesondert weggeschmissen, da es sonst in den Sickergruben verklumpt (so zumindest die Vermutung).

Da man sich in Griechenland nie sicher sein kann, wo das Abwasser hinführt, möchten wir dich darum bitten, ausschließlich biologische “abbaubare” Produkte zu verwenden, da diese den Mikroorganismen im Wasser und dem Boden nicht so sehr schaden.

Internet in Griechenland

Der Internetempfang in Griechenland war selbst für unsere deutsche SIM-Karte überraschend gut. Wir hatten selbst mitten im Nirgendwo Empfang und konnten auch an den abgelegensten Stellplätzen mobil arbeiten.

Wir konnten unseren deutschen Internetvertrag problemlos in Griechenland nutzen und mussten auf keinen lokalen Internetprovider zurückgreifen. Zwar haben wir gehört, dass es im Sommer in der Hochsaison spezielle Touristenverträge mit günstigem und unlimitiertem Internet gibt, bei unserer Recherche haben wir darüber jedoch nichts Konkretes gefunden.

Unsere Freundin Jana hat sich eine Prepaid Karte vom Provider COSMOTE gekauft und für 25 € ganze 50 GB zur Verfügung gehabt.

Ausgesetzte / wilde Hunde und Katzen

Überall in Griechenland sieht man “Straßenhunde und Katzen” herumlaufen. Leider werden viele Haustiere im jungen Alter ausgesetzt, wenn der Bedarf nicht mehr da ist oder die Tierarztrechnung zu teuer wird. Da die wenigsten der Tiere kastriert oder sterilisiert sind, vermehren sich die Tiere extrem schnell und das Problem gerät außer Kontrolle. Auch wir haben auf unserer Reise durch Griechenland sämtliche Hunde und Katzen auf den Straßen gesehen. Vielen der Tiere ging es glücklicherweise ganz gut, da sie von Anwohnern akzeptiert und gefüttert werden. Aber es gibt auch ein paar Tiere, denen es nicht so gut geht, die abgemagert oder manchmal auch schlimm verwundet sind.

Wenn du einer Fellnase begegnest, sei bitte vorsichtig. Lauf nicht direkt auf das Tier zu, sondern bleib erstmal auf Abstand und beobachte. Schau, ob seine Besitzer:in vielleicht in der Nähe ist und frag Passanten nach dem Tier. Vielleicht gehört das Tier auch zu einem Haus oder Hof in der Nähe – viele Tiere laufen weit von ihrem Zuhause umher, das heißt aber nicht, dass man sie einfach mitnehmen kann!

Wenn du es für sinnvoll hältst ein Tier zu füttern, kannst leicht verdauliches Futter mit auf deine Reise nehmen und in kleinen Portionen und mit größerem Abstand bereitlegen. Gib dem Tier keine großen Mengen, da ein hungernder Magen nicht so viel auf einmal verträgt. Und am besten stellst du vorher erst einmal eine Schale Wasser zum Trinken hin.

Nimm ein ausgesetztes Tier auf keinen Fall einfach mit, da es von Parasiten befallen sein könnte, die auch dir schaden können. Es könnte auch doch zugehörig sein und jemand haben, der auf es wartet! Melde den Fund bei einem lokalen Tierheim, einem örtlichen Tierarzt oder der Polizei (nur wenn keine der beiden anderen Optionen geht), beschreibe das Tier und gib deinen Standort durch.

Wir kommen wieder!

Wir hoffen, wir konnten dir ein paar Einblicke ins Vanlife Griechenland geben und dir Lust machen, selbst einmal in dieses wunderschöne Land zu reisen. Es ist wirklich eindrucksvoll und wir haben nach 8 Wochen hier noch längst noch nicht alles gesehen! Auch wir werden definitiv wieder und wieder hier her kommen und vor allem auch noch mehr von den kleinen, süßen Inseln bereisen. Wenn du uns auf der Reise begleiten möchtest, dann folg uns doch gerne bei Instagram.

Wir wünschen dir viele jedenfalls ganz viele tolle Einblicke und Erlebnisse auf deiner eigenen Reise durch Griechenland und hoffen, der Blogpost konnte dir bereits ein paar hilfreiche Tipps geben! Gerne kannst du uns auch auf deinen Reisebildern bei Instagram verlinken oder auch Feedback zu diesem Post geben. Wir freuen uns immer sehr über den Austausch und wünschen dir noch einen wunderschönen Tag.


Machs gut und bis bald,
Hanna & Dorian

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